Selbstmanagement im Home Office – 5 Tipps

mit Anti-Aufschieberitis-Strategien

Im Home Office zu arbeiten, ist nicht immer so leicht, da hier insbesondere bei anstehenden ungeliebten Aufgaben reichlich angenehmere Ablenkungsmöglichkeiten lauern. Nicht nur, dass man niemandem sofort Rechenschaft ablegen muss, was man getan hat, sondern es kommt auch kein Kollege ins Büro gelaufen und man ist komplett selbst gesteuert, selbst organisiert – ohne Beobachtung und ohne Kontrolle. Das hat Vor- und Nachteile.

Vorteile Home Office:

Mehr Selbstbestimmung, mehr Freiheit, freie Zeiteinteilung, weniger Störungen, bessere Konzentration (wenn man alleine zu Hause ist 😊), bessere Nutzung des Biorythmus, Bessere Bearbeitung von B-Aufgaben (wichtige, aber nicht dringliche Aufgaben), Zeitersparnis von An- und Abfahrt ins Büro.

Nachteile Home Office:

Mehr Selbstdisziplin erforderlich, mehr Selbstmanagement-Kompetenzen notwendig, weniger Abwechslung, weniger Bewegung, weniger Impulse von Kollegen, stärkere mentale Abgrenzung von Privataufgaben nötig.

Damit es zu Hause mit dem Arbeiten optimal klappt, hier einige Tipps:

  1. Schaffen Sie die Voraussetzungen

Mit Voraussetzungen meine ich die Gestaltung der Rahmenbedingungen:

Beschaffung aller nötigen bzw. wünschenswerten Utensilien und Equipment, sofern noch nicht vorhanden:

  • richtiger Bürostuhl (höhenverstellbar, gut rückenverträglich etc.),
  • aufgeräumter Schreibtisch bzw. ausreichend Platz zum Arbeiten und für Unterlagen, bei dauerhaftem Home Office lohnt sich ev. ein höhenverstellbarer Schreibtisch.
  • Aktuelle Technik (Computer, Bildschirm, Tastatur, Smart Phone, Kopfhörer, Lautsprecher, gutes (W)LAN, Zugang zu allen benötigten Programmen/Daten)
  • gute Beleuchtung,
  • angenehmes Umfeld mit positiven Ankern/Bildern/Farben.

Entfernen Sie alle Hindernisse, die Sie davon abhalten würden, an die Arbeit bzw. an den Schreibtisch zu gehen, weil Sie diesen ggf. als unbequem oder unangenehm empfinden würden. Im Zweifel ziehen Sie mir Ihrem Laptop ab und zu mal woanders hin in Ihrer Wohnung, wenn dies familientechnisch möglich ist. Das bringt oft neue Impulse und mehr Spaß.

2. Klare Absprachen mit den Mitbewohnern

Vereinbaren Sie klare Regeln mit Ihren Mitbewohnern bzw. anderen Familienmitgliedern.

  • Wann sind die Arbeitszeiten?
  • In welchen Fällen sind Störungen erlaubt, wann nicht?
  • Wann und wie lange sind die (gemeinsamen) Pausen?

Erstellen/Beschaffen Sie ggf. Türschilder mit den entsprechend vereinbarten Codes für die anderen Mitbewohner.

3. Planung: Erstellen Sie sich Ihre Aufgaben-/Zieleliste für den nächsten Tag bereits am Vorabend.

Indem Sie sich bereits abends über die zu erledigenden Aufgaben des nächsten Tages Gedanken machen, können Sie besser schlafen, da Sie bereits einen beruhigenden Plan haben und nicht mehr fürchten müssen, etwas wichtiges zu vergessen. Am besten gleich mit einer Priorisierung. Legen Sie anschließend die Gedanken an die anstehenden Aufgaben zusammen mit der Liste ab (bzw. auf Ihren Schreibtisch). Dann können Sie besser gedanklich Abschalten nach dem Motto:

„Alles steht auf der Liste, ich darf mir jetzt erlauben, mich nicht mehr mit diesen Themen zu beschäftigen sondern Feierabend machen!“

Falls Ihnen dann später am Abend oder gar Nachts doch noch etwas wichtiges einfallen sollte: ebenfalls sofort aufschreiben und mit dem Zettel auch den Gedanken (quasi) wieder ablegen.

Verplanen Sie nicht zu viel Ihrer Zeit, sondern max. 60 Prozent, damit lassen Sie noch genügend Zeit für Unvorhergesehenes.

Extratipp: Planen Sie auch Ihre Ernährung im Voraus, damit bei Bedarf etwas vernünftiges zu Essen im Haus ist und Sie sich nicht von Heißhunger zu Heißhunger die üblichen Verdächtigen (Pizza, Schokolade…) einverleiben. Hier reicht der Vorabend nicht, am besten eine Wochenplanung anlegen.

4. Wenden Sie die Eat-that-Frog-Strategie an!

Der wesentlichste Tipp aus dem Buch von Brian Tracy ist die Idee, eine ungeliebte Aufgabe, die sonst sicherlich vor sich hingeschoben würde, gleich morgens als Erstes zu erledigen, bevor E-Mails gelesen werden etc. Dies hat mehrere positive Effekte, insbesondere natürlich, dass die unangenehme Aufgabe erledigt ist und sich bereits früh am Tag ein Zufriedenheitsgefühl breit machen kann anstatt eine Aufgabe den ganzen Tag „im Nacken“ zu spüren. Zu diesem Zweck soll man sich die unliebsame Aufgabe als kleinen Frosch vorstellen, den man schlucken/essen muss, der aber im Laufe des Tages immer größer wird. Und sicher ist es angenehmer einen sehr kleinen Frosch aufzuessen als einen sehr großen – wenn man ihn schon herunterschlucken muss…

5. Unterscheiden Sie Fokuszeit und Kommunikationszeit

Es hat sich für viele bewährt, sich seine Zeiten einzuteilen in Zeitbudgets, in der aktiv Kommunikation betrieben wird (Telefonate, E-Mails) und andererseits Zeiten, in denen konzentriert an Inhalten/Konzepten gearbeitet wird oder Analysen getätigt werden, Informationen gesammelt und verarbeitet werden (früher „Stille Stunde“ genannt).

Auch wenn Sie im Home Office sind, müssen Sie nicht immer erreichbar sein, sondern können das Telefon auf Leise stellen, um konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Das ist einer der Vorteile des Home Office: die Kollegen können nicht plötzlich in der Tür stehen, sondern müssen anrufen oder eine Mail schreiben, die Sie auch etwas später beantworten können. Sie haben im Telefon die Möglichkeit, Anrufe von definierten Personen auch bei sonstiger Ruhezeiteinstellung durchzulassen, sofern Sie z. B. dringend einen Rückruf erwarten.

Für ein paar detaillierte digitale Tipps lesen Sie auch meinen Blogartikel: 5 Tipps, wie Sie den Stress besser beherrschen…

Gerne begleiten wir Sie oder Ihre Mitarbeiter auf dem Weg, Neues zu entdecken und sich persönlich weiter zu entwickeln.

Rufen Sie mich an (0170-3872213) oder schreiben Sie mir: barbara.guelpen@new-mc.com

Viel Erfolg und hoffentlich bis bald,

Ihre

Barbara Gülpen

Bildquellen: 1. Bild: Fotolia, 2. Bild: Pixabay, 3. Bild: GABAL

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