Wohin sich Unternehmen in Zukunft entwickeln (müssen)…

Klassisch moderne Unternehmen mit Ihren hierarchischen Pyramidenstrukturen stoßen an Ihre Grenzen. Die Entscheidungswege sind zu lang, Produktivität und Effektivität zu gering, zu viele Mitarbeiter sind demotiviert und frustriert. Aber was ist die Alternative? Noch effizienter alles messen und kontrollieren, noch feinere Zielsysteme, noch mehr desselben? Nein, das ist schon klar, dass mehr desselben nicht zum Ziel führt. Wie hat doch bereits Einstein erläutert: Man kann ein Problem nicht mit dem gleichen System lösen, das das Problem erzeugt hat.

In Zukunft werden sich mehr und mehr Unternehmen aufgrund dessen dazu entscheiden, den „evolutionären“ Weg zu gehen. Evolutionäre Unternehmen zeichnen sich durch 3 Hauptmerkmale aus (vgl. Frederic Laloux: Reinventing Organisations):

Selbstführung: D. h. es kommen Strukturen und Praktiken zur Anwendung, in denen niemand Macht über jemand anderen hat. Vorgesetzte werden abgeschafft: stattdessen sind die Teammitglieder auf unterster Ebene auch für gewöhnliche Managementaufgaben zuständig (Prioritäten setzen, Problemanalyse, Pläne erstellen, Leistungsbewertung, Entscheidungen treffen, Meeting-Moderation). Das mittlere Management fällt weg: stattdessen werden ehemalige Führungskräfte Berater ohne Entscheidungsmacht, es gibt keine Zielvorgaben, keine Boni; sie nehmen andere nützliche Rollen im Unternehmen wahr oder Fachaufgaben. Unterstützungsfunktionen (Personal, Planung, Controlling, Personalentwicklung, Einkauf) fallen ganz weg oder werden stark reduziert: stattdessen werden diese Funktionen von den Mitarbeitern/Kollegen selbst übernommen. Viele Prozesse fallen weg, weil sie durch Vertrauen ersetzt werden.

Ganzheit: Der Umgang unter den Mitarbeitern ist wesentlich persönlicher. Auf persönliche und private Belange und Lebenssituationen wird wesentlich mehr Rücksicht genommen. Es wird versucht, gemeinsam Lösungen zu finden in speziellen Zeiten oder Lebensphasen, wenn dies von einem Teammitglied benötigt wird. Bereits der Einstellungs- und Onboarding-Prozess ist wesentlich persönlicher (alle lernen sich gut kennen) und länger. Damit wird Vertrauen aufgebaut und Misstrauen abgebaut. Man interessiert sich für die speziellen Fähigkeiten einer Person und seine Interessen und versucht maximal, diese in die Arbeit einzubeziehen. Auf gesundheitliche Bedürfnisse wird ebenso maximal und selbstverständlich eingegangen. Gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit herrschen vor, man lobt sich und Konflikte werden konstruktiv und sachlich gelöst, ohne gegenseitige Abwertung.

Sinn: Es gibt keinen klassisch strukturierten Strategieprozess mehr. Stattdessen haben die Mitarbeiter eine klare und scharfe Wahrnehmung des Sinnes der Organisation und ein Gefühl für die Richtung in die die Organisation gerufen wird. Jeder wird ermächtigt zu spüren, was als Nächstes zu tun ist. Die Strategie entsteht organisch, jederzeit und überall, wenn die Menschen mit Ideen experimentieren und sie in der Praxis testen. Es gibt so eine Art kollektive Sinn-Intelligenz. Durch die Komplexität der Märkte gilt es als sinnlos, die Zukunft vorherzusagen und dann durch Analyse die beste Entscheidung treffen zu wollen. Dies wird als Zeitverschwendung angesehen und als Illusion von Kontrolle. Stattdessen werden praktikable Lösungen angestrebt, die schnell implementiert werden können. Aufgrund neuer Informationen kann die Entscheidung jederzeit verbessert werden. Auch Zielvorgaben fallen weg, da sie die innere Motivation ablenken und neue Möglichkeiten einschränken; sie erscheinen ohnehin angesichts der geringen Zukunftsvorhersehbarkeit schnell obsolet.

Das klingt an manchen Stellen traumhaft futuristisch, ja regelrecht esoterisch aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es das, was Kleinunternehmer sowieso ständig tun. Business-Pläne mit Langfristprognosen werden bestenfalls für die Banken erstellt, aber nicht für den wirklichen Business-Alltag. Der Kleinunternehmer versucht ständig, neue Trends und Entwicklungen am Markt wahrzunehmen, geht auf seinen Kunden sofort und so weit wie irgend möglich ein und steuert vieles intuitiv. Das ist in großen Unternehmen abhanden gekommen durch die Trennung von Entscheidung/Planung (Management) und Ausführung (Mitarbeiter). Diese Konzentration von Macht an der Spitze von Unternehmen hat zu viele negative Effekte und wirkt über die Folgemechanismen zu demotivierend auf zu viele Mitarbeiter/Kollegen.

Wenn Sie Ihr Unternehmen in die evolutionäre Richtung bewegen wollen, rufen Sie uns an: Barbara Gülpen, 0170-3872213.

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